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  Verbrechen gegen den Frieden, na und?  
     
     
  Appeasement-Politik 2.0

Klaus Madersbacher

 

„Der Begriff Appeasement-Politik (Beschwichtigungspolitik, von englisch to appease, französisch apaiser, ‚besänftigen', ‚beschwichtigen', ‚beruhigen') bezeichnet eine Politik der Zugeständnisse, der Zurückhaltung, der Beschwichtigung und des Entgegenkommens gegenüber Aggressionen zur Vermeidung von Konflikten.“ (Wikipedia > LINK)

Wie nach großen Katastrophen üblich, wurde auch nach dem Zweiten Weltkrieg die Frage gestellt, wie es dazu kommen konnte, dass die Nazis in Deutschland ihre Diktatur errichten und das Land in einen aggressiven Krieg führen konnten. 

Darüber sind jede Menge Bücher geschrieben worden, die bis auf ein paar Ausnahmen mehr oder weniger um den heißen Brei herumschreiben und das Thema mehr vernebeln als Klarheit schaffen. Ich empfehle Goetz Alys „Vordenker der Vernichtung“ als Buch, das man kennen sollte. Unter anderem bekommt man da einen guten Eindruck von dem, was hinter den Kulissen vorgeht, wo die Fäden gezogen werden, wie es so schön heißt.

Die „Besitzer des Landes“ („The owners of the country“), wie der geniale George Carlin die wirklichen Machthaber benennt, bedienen sich eines hoch professionellen Apparates, der die strategischen und taktischen Züge plant, mit Fachleuten, die wissen, welche Ziele erreicht werden sollen und wie man das macht. Die Ziele bestehen hauptsächlich in Vermehrung von Macht und Reichtum, ja wirklich:-))

Die Politiker waren und sind diejenigen, die das Volk dazu bringen müssen, sich in die gewünschte Richtung zu bewegen.

Das wäre soweit ja ganz in Ordnung, wenn Besitzer und Volk die gleichen Interessen verfolgen – dass alle in Frieden leben und es sich gut gehen lassen können.

Kompliziert wird es, wenn „Besitzer“ nicht genug bekommen und sich in anderen Ländern breit machen, um auch diese auszubeuten.

Das heutige sogenannte „globalisierte“ Weltsystem ist gekennzeichnet durch Besitzer, deren Zentralen sich in erster Linie in den Vereinigten Staaten von Amerika befinden. Die Vereinigten Staaten von Amerika verfügen über das größte Militär der Welt, mit etwa 800 auf der ganzen Erde verteilten Stützpunkten. Unter dem Titel „Verteidigung der nationalen Interessen“ schaltet und waltet ein System, das sich von verbrecherischen Organisationen wie Mafia & Co dadurch unterscheidet, dass es sich als Hüter von Demokratie und Menschenrechten präsentiert.

Die sozusagen zweite Liga von Besitzern ist weit weniger mächtig, als sie sich wohl fühlen mag. Sie macht sich Hoffnungen auf führende Rollen in der Weltpolitik. Sie hängt an der Leine der amerikanischen Supermacht und muss sich und ihre Völker als Vasallen und Handlanger zur Verfügung stellen – Verlierer, die aus ihrer Vergangenheit nix gelernt haben. Europäische Union, Kanada, Australien + Anhängsel stecken in der Zwickmühle, wie man immer wieder sieht – und geben immer wieder klein bei. Ein erbärmlicher Haufen, widerliche Speichellecker, Wadelbeißer und jede Menge Gauner, wie sich ständig erweist ... 

Und dann gibt es die weitaus überwiegende Anzahl von Völkern und Ländern, die keine anderen Länder überfallen, und nur deshalb nicht in Frieden leben können, weil die selbsternannten „Besitzer der Welt“ sie nicht in Frieden leben lassen und oft bis aufs Blut aussaugen. Und das Militär schicken, wenn sie nicht „freiwillig“ herausrücken oder tun, was von ihnen verlangt wird. Die ganz wenigen, die sich nicht unterordnen, wie zum Beispiel die Demokratische Volksrepublik Korea (sonst kurz „Nordkorea“), werden boykottiert und sanktioniert und in lächerlichster Weise zur größten Bedrohung der Menschheit erklärt, wofür etwa der Hochschulprofessor Dr. Obama sich nicht zu blöd ist.

Und niemand lacht.

Niemand wagt es, zu lachen. 

Es wird jetzt hoffentlich niemand überrascht sein, wenn ich behaupte, dass es die Vereinigten Staaten von Amerika sind, die darauf aus sind, die unumschränkte Herrschaft über die Erde zu erlangen. Ich gehe sogar davon aus, dass kaum jemand einen ernstgemeinten Versuch unternehmen wird, das zu bestreiten oder gar das Gegenteil zu beweisen.

 

Appeasement-Politik 1.0

Ich habe mich immer gefragt, wie es dazu kommen konnte, dass die faschistischen Bewegungen und besonders die Nazis in den 1930er Jahren an die Macht kommen konnten. Eine Appeasement-Politik seitens möglicher/scheinbarer(?) politischer Gegner (Parteien, Gewerkschaften, Kirchen usw.) hat im Inland den Weg geebnet, während die damalige UNO „Völkerbund“ zuschaute, wie reihenweise Verbrechen in anderen Ländern begangen wurden (Spanien, Äthiopien).

Das war die Appeasement-Politik 1.0, die heute von der terroristischen Supermacht und ihren Mitläufern ins Spiel gebracht wird, wenn sie gegen ein Land losschlagen wollen. Der Führer dieses Landes wird freiweg zum neuen Hitler erklärt – Milosevic, Saddam, Gaddafi, Assad, Putin – den man beseitigen muss, um nicht noch einmal den Fehler der Appeasement-Politik zu begehen.

Nun, das deutsche Naziregime wurde besiegt, Nazis und deren Epigonen gibt es noch reichlich. Aber die spielen nur eine zweite Geige, wobei es ihnen nix ausmacht, das deutsche Volk bzw. auch andere Völker ihren amerikanischen Herren zu Füßen zu legen.

Die wirklichen Nachfolger des Naziregimes sitzen in Washington. Seit Jahrzehnten entfesseln sie aggressive Kriege und begehen Verbrechen gegen die Menschlichkeit nach den Regeln, nach denen sie die Naziführer aufgehängt haben.

 

Appeasement-Politik 2.0

Schalten Sie den Fernseher ein, das Radio, schlagen Sie die Zeitung auf: Sie werden darüber „informiert“, was der freundliche Herr Obama, Herr Kerry und die unsägliche Frau Power, Hillary und Donald, Merkel, Hollande, May usw. so von sich geben, welche Schweinereien Putin, Assad schon wieder begangen haben und was der UNO-Chef dazu schleimt.

Allein die Frage, was „die Amerikaner“ da machen können/sollen bzw. eine „Berichterstattung“, die es als gegeben hinnimmt, dass „die Amerikaner“ sich zum Beispiel in Syrien bewegen, als seien sie zuhause in Texas, geht davon aus, dass das alles rechtens ist. Was einerseits die Frage aufwirft, ob es Rechtsexperten gibt, denen das auffällt, und andererseits, ob die Politiker, die Plauderer/Schreiberlinge in den Medien eine Ahnung davon haben, was Krieg überhaupt ist.

Offenbar keine, sonst würden sie da nicht mitmachen.

Oder noch schlimmer – das ist ihnen egal.

Und wir?

 
     
  6. Oktober 2016  
  Archiv > Artikel von Klaus Madersbacher auf antikrieg.com  
 
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