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America ist zurück! Und wie schon so oft hat es keinen
wirklichen Plan Douglas Macgregor
Trumps Angriff auf Venezuela hinterlässt ein Machtvakuum und birgt potenziell enorme Kosten für die USA, bietet aber der Wall Street zahlreiche Chancen. Die erfolgreiche Festnahme und Absetzung von Präsident Nicolás Maduro in Venezuela demonstriert Washingtons Bereitschaft, alle verfügbaren Mittel einschließlich militärischer Gewalt einzusetzen, um den nationalen Einfluss der USA im Kampf gegen den Zerfall der vielgerühmten liberalen Nachkriegsordnung aufrechtzuerhalten. Momentan besteht die regelbasierte Ordnung (also die von Washington vorgegebenen Regeln) in der westlichen Hemisphäre fort. Wie Präsident Donald Trump bemerkte: Wir können es wieder schaffen. Niemand kann uns aufhalten. Niemand hat die Fähigkeiten, die wir haben. Anders ausgedrückt: Team America ist zurück! Die Frage ist nun: Was passiert als Nächstes? Wie wird Washington seinen jüngsten Sieg über Maduro und sein Regime festigen? Der Plan scheint unklar, wenn nicht gar nicht vorhanden. Maduro wird vermutlich in den USA wegen Drogendelikten angeklagt und verurteilt werden. Trump erklärte am Samstag, die USA würden während der Übergangsphase die Führung übernehmen. Kann Washington tatsächlich eine neue politische Ordnung etablieren, die Venezuela vor einem Bürgerkrieg oder, noch wichtiger, vor künftiger drogenbedingter Gewalt bewahrt? Präsident Trump sagte, Oppositionsführerin Maria Machado fehle die politische Stärke, Venezuela zu regieren. Wer bleibt also übrig? Gibt es einen von der CIA favorisierten Kompradoren für dieses Amt, oder wird Außenminister Marco Rubio einfach als amerikanischer Vizekönig regieren? Kann überhaupt irgendjemand ob Venezolaner oder Amerikaner das Land ohne massive Unterstützung des US-Militärs regieren? Unterdessen drängen amerikanische Firmen und Konzerne darauf, in Venezuela Öl zu fördern. Neben den weltweit größten Reserven (die Ölinfrastruktur ist marode und ihr Wiederaufbau wird lange dauern) verfügt Venezuela über gewaltige Goldvorkommen und eines der größten Eisenerzvorkommen der westlichen Hemisphäre. Hinzu kommen bedeutende Reserven an Erdgas, Bauxit, Nickel und einigen Seltenen Erden. Die Ausbeutung dieser Bodenschätze wird zweifellos als unerlässlich angesehen, wenn die aktuelle Intervention die üblicherweise mit militärischen Interventionen verbundenen katastrophalen Kosten vermeiden soll. Doch wird Washington nun ein lukratives Wirtschaftspaket schnüren, um Venezuela aus Armut und Chaos zu befreien? Und wird dies auf Kosten der amerikanischen Steuerzahler geschehen? Exporte von venezolanischem Schweröl machen den größten Teil der venezolanischen Wirtschaft aus. Venezuela gehört zwar zu den fünf größten Exporteuren von Schweröl, aber gemessen am Gesamtvolumen schafft es das Land kaum unter die Top 20. Trotz der Proteste aus Moskau und Peking werden weder die Russen noch die Chinesen direkt in die Ereignisse im Karibikraum eingreifen. Die Tatsache, dass Maduro nur 24 Stunden vor seiner Festnahme mit chinesischen Beamten zusammentraf, dürfte Peking zweifellos zutiefst beunruhigen. China könnte die Tilgung amerikanischer Schulden beschleunigen, was ungewisse Folgen für den amerikanischen Anleihenmarkt hätte. Doch die russische und die chinesische Führung werden nicht die westliche Dummheit in der Ukraine wiederholen und die amerikanische Militärmacht vor ihrer Haustür herausfordern. Der strategische Vorteil im eigenen Land ist unbestreitbar. Was auch immer als Nächstes geschieht, die kurzfristigen Auswirkungen von Maduros Festnahme lenken bequem von den gescheiterten Versuchen der Trump-Regierung ab, den Krieg in der Ukraine zu Bedingungen zu beenden, die Washington und seinen Verbündeten zugutekommen könnten. Tatsächlich dürfte sich die Trump-Regierung stillschweigend von diesen Bemühungen zurückziehen, während Moskau seine Aufmerksamkeit ganz darauf richtet, den Krieg in der Ukraine nach eigenen Vorstellungen zu beenden. Unterdessen hat der von Trump Anfang des Jahres großspurig ausgehandelte Waffenstillstand die Zerstörung von Leben im Gazastreifen nicht gestoppt. Im Hintergrund laufen Irans Raketenfabriken wieder auf Hochtouren, nachdem sie sich vom zwölftägigen Krieg im Juni 2025 erholt haben. Angriffe der USA und Israels haben Irans nukleare Ambitionen zwar zurückgeworfen, doch Israel wird Irans Fähigkeit zu Gegenschlägen auf israelischem Boden nicht so schnell vergessen. Wenig überraschend drängt Premierminister Benjamin Netanjahu nun auf neue Angriffe, bevor die iranischen Raketensilos auf 1.000 Sprengköpfe pro Jahr anwachsen genug, um die Luft- und Raketenabwehr der USA und Israels zu überfordern. Präsident Trump warnt vor verheerenden Folgen für den Iran, sollte dieser wiederaufgebaut werden. Der Präsident, der einst versprach, endlose Kriege zu beenden, befürwortet nun selbst einen weiteren Krieg im Nahen Osten. Im Inland stagniert der Fortschritt in einer Reihe kritischer Bereiche von Lebensstandard und Bildungsergebnissen bis hin zur Hightech-Fertigung fast vollständig. Die überzogenen Erwartungen an ein schnelleres Produktivitätswachstum durch künstliche Intelligenz haben sich als unrealistisch erwiesen. Es gibt keinerlei Anzeichen für ein Interesse an der Zerschlagung übermächtiger, monopolistischer Medien- und IT-Konzerne oder an der Verhinderung von Fusionen, die darauf abzielen, öffentliche Meinungsäußerungen zu manipulieren und die freie Meinungsäußerung einzuschränken. Dennoch sollten die Amerikaner optimistisch sein. Glückwünsche von Trumps Wall-Street-Spendern zum vermeintlichen Sieg in Caracas treffen ein. Die angeblich zahlreichen Hamas- und Hisbollah-Trainingslager, die die nationale Sicherheit Israels bedrohen, werden nun wie der Morgennebel über Venezuelas Dschungeln verschwinden. Team Amerika ist zurück! |
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| erschienen am 3. Januar 2026 auf > RESPONSIBLE STATECRAFT > Artikel | |||
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