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Graham und unsere verabscheuungswürdige Kriegskultur In einer Stadt voller blutrünstiger Militaristen profilierte sich Graham als einer der schlimmsten. Daniel Larison Senator Lindsey Graham, der Erzkriegstreiber aus South Carolina, ist tot. Er hinterlässt ein Vermächtnis aus Tod, Zerstörung und unermesslichem menschlichem Leid. Graham bejubelte mindestens dreißig Jahre lang jeden Krieg im Ausland und jedes Sanktionsregime und gehörte zu den lautstärksten Befürwortern des verbrecherischen Angriffs auf den Iran. Er bekam endlich den letzten, von ihm so sehr gewünschten, verwerflichen Krieg. In einer Stadt voller blutrünstiger Militaristen profilierte sich Graham als einer der schlimmsten. Als er 2017 über die möglichen Kosten eines Krieges mit Nordkorea sprach, tat Graham den potenziellen Verlust von Menschenleben mit der Begründung ab, es würde ja dort drüben passieren. Das Leben anderer war ihm stets entbehrlich, und er suchte aktiv nach Möglichkeiten, Menschen in Gefahr zu bringen. Seine kalte Gleichgültigkeit gegenüber den menschlichen Kosten des Krieges bereitete ihm in Washington keine politischen Probleme. Im Gegenteil, seine Begeisterung für Blutvergießen machte ihn zu einer festen Größe in der Hauptstadt. Trotz seiner langen Karriere, in der er die Verwicklung der USA in unnötige und illegale Konflikte unterstützte, war Grahams Position im Kongress nie gefährdet. Er vertrat die Bevölkerung South Carolinas in den letzten zwei Jahrzehnten auf miserable Weise, doch sobald er im Amt war, konnte ihn niemand mehr verdrängen. In Washington genoss er einen völlig unverdienten Ruf als ernstzunehmende außenpolitische Persönlichkeit. Graham konnte in Washington dank einer verabscheuungswürdigen kriegsbefürwortenden Kultur florieren, in der seine fanatische Kriegstreiberei auf offene Ohren stieß. Graham kritisierte Trump zunächst scharf, da er befürchtete, Trumps Aufstieg bedrohe jene Art von reflexartigem Interventionismus, die Graham so schätzte. Nach Trumps Wahl erkannte Graham schnell, dass Trump seinen Positionen viel näher stand, als er angenommen hatte. Am Ende der ersten Amtszeit hatte sich Graham Trump ähnlich eng angebunden wie zuvor McCain. Er mag zwar einen neuen Anführer als Vorbild gehabt haben, doch seine verheerenden außenpolitischen Ansichten blieben unverändert. Die Bilanz des Senators spricht für sich. Er befürwortete reflexartig militärische Aktionen, wann i mmer es möglich war, und musste für seine impulsive Kriegstreiberei nie einen politischen Preis zahlen. Als Abgeordneter des Repräsentantenhauses unterstützte Graham den Irakkrieg und stimmte 2002 für die AUMF (Authorization for Use of Military Force). Nach seinem Wechsel in den Senat verschärfte sich seine Kriegsreiberei nur noch, als er zu John McCains treuem Gefolgsmann wurde. Von Libyen über Syrien und Jemen bis hin zur Ukraine und Venezuela er sah keinen Krieg, in den die USA seiner Meinung nach nicht eingreifen, sich ihm anschließen oder ihn unterstützen sollten. Wo immer ein potenzieller Konfliktherd oder eine außenpolitische Krise drohte, forderten Graham und McCain stets Maßnahmen, und das bedeutete in der Regel militärische Aktionen. Zusammen mit Joe Lieberman galten sie zeitweise als die Drei Amigos des weltweiten Todesexports. Das machte sie nicht zu den verhassten Außenseitern, die sie hätten sein sollen. Stattdessen wurden sie als Vorreiter der US-amerikanischen Führung gefeiert. Zweifellos werden viele Nachrufe Graham nun mit ähnlichem Lob überschütten. Man sagt, das Böse, das Menschen tun, lebe nach ihnen fort. Das trifft sicherlich auf Graham zu, der Kriege unterstützte, die Hunderttausende das Leben kosteten, Millionen vertrieben und ganze Regionen jahrzehntelang destabilisierten. Er war nur einer von Dutzenden kriegstreiberischen Senatoren, aber sein Einfluss war überproportional groß und machte die US-Außenpolitik noch zerstörerischer und grausamer, als sie es ohne ihn gewesen wäre. Wenn man sich an Graham erinnern soll, dann an ihn als an den freudigen Mittäter schrecklicher Verbrechen gegen andere Nationen. |
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| erschienen am 13. Juli 2026 auf > Eunomia > Artikel | ||||||||||||||
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