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Website des israelischen Militärs stellt getötete
Journalisten aus Gaza als Terroristen dar Seit 2023 wurde eine enorme Anzahl von Journalisten getötet Jason Ditz
Seit Oktober 2023 hat das Militär keines anderen Landes auch nur annähernd so viele Journalisten getötet wie Israel eine Tatsache, die dem Land oft erhebliche Kritik einbringt. Das israelische Militär versucht nun, diese Bedenken durch eine neue offizielle Darstellung zu zerstreuen, in der fast alle von ihm getöteten Journalisten als verdeckte Terroristen hingestellt werden. Zu dieser Darstellung gehört eine neue, vom Militär veröffentlichte Webseite. Darin wird behauptet, dass etwa 170 der getöteten Journalisten nicht nur Mitglieder terroristischer Organisationen, sondern sogar deren militanter Flügel gewesen seien. Laut der Webseite stammen diese Informationen aus aufgefundenen Dokumenten und Verhören. Innerhalb Israels lässt sich eine solche Umdeutung schnell und einfach durchsetzen; die israelischen Medien berichten unisono von angeblichen Journalisten, bei denen es sich in Wahrheit um Terroristen gehandelt habe. Natürlich war es nie sonderlich schwer, die israelischen Medien davon zu überzeugen, dass es legitim sei, einen Palästinenser zu töten, der eine Weste mit der Aufschrift Presse trug. Die gezielten Angriffe auf Journalisten beruhen jedoch nicht bloß auf haltlosen Anschuldigungen, die sich mit einer schnell erstellten Webseite abtun lassen. Medienbeobachtungsgruppen verfolgen dieses Problem schon seit Jahren. Organisationen wie das Committee to Protect Journalists (CPJ) haben regelmäßig die vorliegenden Beweise überprüft und dabei bisweilen einige Personen von ihrer Liste gestrichen, weil diese im aktiven Kampfgebiet offenbar an Kampfhandlungen beteiligt waren. Durch die Überarbeitungen des CPJ sank die Zahl der tatsächlich getöteten Journalisten beispielsweise von 209 auf 191. Der Bericht des israelischen Militärs hingegen strich auf einen Schlag 170 Personen von der Liste und kündigte an, künftig Beweise zu veröffentlichen, die die Tötung weiterer Journalisten rechtfertigen sollen. Selbst dann erscheinen die Anschuldigungen gegen die 170 Journalisten in vielen Fällen höchst zweifelhaft. Die Webseite beginnt mit einer kleinen Auswahl von Bildpaaren, die die Journalisten zunächst in angemessener Kleidung und anschließend in einer Aufmachung zeigen, die an Kampfuniformen erinnert. Nach einigen Dutzend dieser Fälle zeigt die Website jedoch nur noch Bilder der Journalisten samt deren Namen sowie einen Link zu einer Seite, auf der behauptet wird, die Einstufung beruhe auf mehreren nachrichtendienstlichen Quellen. Weder das israelische Militär noch sonst jemand unternimmt den Versuch, ihre Darstellung mit der von internationalen Pressebeobachtern in Einklang zu bringen; vielmehr bleibt es dem Leser überlassen, daraus zu schließen, dass das CPJ mangels Anwendung verschärfter Verhörmethoden bei Gefangenen wohl deshalb davon abgesehen hat, die gesamte Medienlandschaft des Gazastreifens zu diskreditieren. Es bleibt abzuwarten, wie wirksam sich diese Website letztlich erweisen wird, um Außenstehende davon zu überzeugen, dass das israelische Militär nicht unverhältnismäßig viele Journalisten tötet; wer jedoch nach einer einfachen Rechtfertigung sucht, dürfte sich leichter beschwichtigen lassen als jene, für die die steigende Zahl der Todesopfer im Gazastreifen bereits Bände über die Absichten des Militärs spricht. |
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| erschienen am 1. Oktober 2026 auf > Antiwar.com > Artikel | |||
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