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"Entweder verhindert die Revolution den Krieg oder der Krieg wird die Revolution bringen" - Mao Tsetung

     
  Vergessen Sie nicht Hasans Motiv

Jacob G. Hornberger

 

Verteidigungsminister Pete Hegseth hat angekündigt, dass die vom US-Militär geplante Hinrichtung von Nidal Malik Hasan – dem Psychiater der US-Armee, der 2009 in Fort Hood 13 Menschen ermordete – per Livestream übertragen wird.

Eines lässt sich mit ziemlicher Sicherheit sagen: Im Vorfeld von Hasans Hinrichtung werden US-Vertreter entweder (1) alles daransetzen, das Motiv für Hasans Morde zu verschweigen, oder (2) darüber lügen, indem sie behaupten, er hasse Amerika lediglich wegen dessen „Freiheit und Werten“.

Das Motiv für Hasans Morde war die Politik des außenpolitischen Interventionismus der US-Regierung, insbesondere gegenüber Afghanistan und dem Irak – zwei Ländern mit überwiegend muslimischer Bevölkerung. Dieser Interventionismus äußerte sich in tödlichen und zerstörerischen Invasionen und Besatzungen durch das US-Militär und die CIA. Der Invasion und Besatzung des Irak waren brutale, tödliche Sanktionen gegen die irakische Bevölkerung sowie der Golfkrieg vorausgegangen; beides forderte zahlreiche Todesopfer und Verletzte unter den irakischen Bürgern, von denen die meisten Muslime waren.

Wenn ein Nationalstaat ein überwiegend muslimisch geprägtes Land angreift, liegt die Vermutung nahe, dass einige Menschen – darunter auch Amerikaner – zu dem Schluss kommen, die US-Regierung führe einen „Heiligen Krieg“ gegen Muslime und den Islam. Genau das geschah im Fall Hasan. Als Muslim im Dienst des US-Militärs kam er zu der Überzeugung, auf der falschen Seite zu stehen, und beschloss, die Seiten zu wechseln. Dies bestätigte er während seines Militärgerichtsverfahrens im Jahr 2013 mit den Worten: „Ich stand auf der falschen Seite, aber ich habe die Seite gewechselt.“ Zudem äußerte er sein Bedauern darüber, sich an der „illegalen und unmoralischen Aggression gegen Muslime, ihre Religion und ihre Länder“ beteiligt zu haben.

Natürlich höre ich schon jetzt, wie Verteidiger des US-Sicherheitsstaates und seiner Politik des außenpolitischen Interventionismus aufschreien: „Jacob, du rechtfertigst das! Du rechtfertigst nur, was Hasan und andere muslimische Terroristen Amerikanern angetan haben.“ Genau das wurde gesagt, als FFF vor 25 Jahren darauf hinwies, dass die Anschläge vom 11. September nicht durch Hass auf Amerikas „Freiheit und Werte“ motiviert waren – wie US-Vertreter fälschlicherweise behaupteten –, sondern vielmehr durch Wut und Hass, die aus Tod und Zerstörung erwuchsen, welche das Pentagon und die CIA im Nahen Osten angerichtet hatten. Wie wir damals betonten: Ein Motiv ist keine Rechtfertigung. Es geht lediglich um die Feststellung des Motivs – vergleichbar mit einem Staatsanwalt in einem Strafprozess, der das Motiv des Angeklagten darlegt, ohne dessen Taten damit zu rechtfertigen.

Hasans Morde an US-Militärangehörigen waren natürlich nicht der erste Fall von „Blowback“ (negativen Rückwirkungen) infolge des US-amerikanischen Interventionskurses im Ausland. Auch die Anschläge vom 11. September waren eine Vergeltungsmaßnahme für das US-Interventionshandeln im Nahen Osten gegen muslimisch geprägte Länder. Dasselbe galt für den Terroranschlag auf das World Trade Center im Jahr 1993 sowie für die Ermordung von CIA-Mitarbeitern in Nord-Virginia im selben Jahr.

Angesichts dieser Anschläge kamen viele Amerikaner zu dem Schluss, das Problem liege bei den Muslimen und der islamischen Religion. Sie fixierten sich auf die vermeintlichen Übel des Islam, so wie sie sich zuvor – während des alten Kalten Krieges – auf die Übel des Kommunismus konzentriert hatten. Mit dem Ende des Kalten Krieges verlagerten sie ihre Abneigung einfach von den „Roten“ auf die Muslime und vertieften sich in Bücher, Artikel und Konferenzen über die Gefahren, die angeblich von Muslimen und dem Islam für das amerikanische Volk ausgingen. Viele von ihnen gelangten sogar zu der Überzeugung, die Gefahr durch Muslime sei größer als die einstige Bedrohung durch die „Roten“ im Kalten Krieg.

Was hier geschah – und nach wie vor geschieht –, ist Folgendes: Viele Amerikaner, die Interventionismus und den „National Security State“ (Sicherheitsstaat) befürworten, können sich einfach nicht dazu durchringen, sich mit der Rolle auseinanderzusetzen, die die ausländischen Interventionen ihrer eigenen Regierung bei der Entstehung terroristischer Vergeltungsakte gespielt haben. Sie weigern sich anzuerkennen, dass dann, wenn die US-Regierung Menschen im Ausland tötet, sich einige derer, die sich mit den Opfern identifizieren, an Amerikanern rächen wollen. Doch anstatt sich auf das Unrecht jenes Regimes zu konzentrieren, das die Mordserie ausgelöst hatte, richteten amerikanische Interventionisten und Befürworter des nationalen Sicherheitsstaates ihren Blick auf die vermeintlichen Untaten der Muslime – die lediglich Vergeltung übten – sowie auf deren Religion. Das Letzte, was solche Amerikaner tun würden, ist, den Blick auf den verhängnisvollen Charakter des US-amerikanischen nationalen Sicherheitsstaates zu lenken – der für sie gleichsam zu einer Gottheit geworden ist – oder auf jenen außenpolitischen Interventionismus, der die terroristischen Gegenreaktionen erst hervorgerufen hat. Mit anderen Worten: Sie konzentrieren sich auf die Vergeltungsmaßnahmen, statt auf das, was diese Maßnahmen überhaupt erst ausgelöst hat.

Es gibt eine denkbar einfache Lösung für diese Spirale aus Vergeltung und Gegenreaktion: Man muss den nationalen Sicherheitsstaat abschaffen, das ursprüngliche Regierungssystem Amerikas – eine Republik mit begrenzten staatlichen Befugnissen – wiederherstellen und die Politik der außenpolitischen Interventionen beenden. Dies würde einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, Freiheit, Normalität, Frieden, Wohlstand und ein harmonisches Miteinander mit den Völkern der Welt – einschließlich der Muslime – wiederherzustellen.

 
     
  erschienen am 9. Oktober 2026 auf > THE FUTURE of FREEDOM FOUNDATION > Artikel  
  Archiv > Artikel von Jacob Hornberger auf antikrieg.com  
     
   
     
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